Bauanleitung Nistkasten
Ist es überhaupt sinnvoll künstliche Nistkästen für Vögel bereitzustellen?
Für manche Vogelarten ja, für andere wiederum ist ein umsichtigeres Verhalten unsererseits wichtiger. Grob gesagt kann man die Vogelarten in 3 Kategorien einteilen. Für die erste Kategorie, die großen Hühnerarten die allesamt vom Aussterben bedroht sind, ist unsere Kulturlandschaft verantwortlich.
Das sind z. B. Auerhahn, Birkhahn oder Moorhuhn. Diese Vögel brauchen großflächige unberührte Natur, Wälder, Sümpfe und Moore. In unserer Kulturlandschaft mit Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Straßenverkehr und hohen Freizeitdruck finden diese Arten keine Ruhe zur Vermehrung. Hierzu wäre ein Umdenken in sehr großem Maßstab notwendig, was sich aber in unserer zugebauten Natur nicht realisieren lässt.
Die 2. Kategorie sind die Vögel die mit der Kulturlandschaft zurecht kommen. In der Landwirtschaft bekommen die Bauern extra Zuschüsse wenn sie die Wiesen später abmähen, damit können etliche Wiesenbrüter Ihren Nachwuchs in Ruhe großziehen. Also das sogenannte Wiesenbrüter Programm. Viele haben dagegen schon verstoßen, da diese Landwirte nicht wußten, daß dieses Programm per Satellit überwacht wird. Man kann vom Himmel aus sagen, ob die Wiese abgemäht ist oder nicht. Die Strafen für diesen Zuschuß Missbrauch sind wirklich empfindlich und nicht zur Nachahmung empfohlen.
Wenn dann aber ein großer Hund durchs hohe Gras läuft ist die Ruhe schnell gestört, hier kann aber der Mensch sinnvoll eingreifen, seinen Hund an die Leine nehmen und nur über abgemähte Wiesen laufen lassen. Wenn man mit offenen Augen durch die Natur geht kann man das Fehlverhalten jedoch oft genug beobachten. Im Wald nisten viele Spechtarten und deren Nachmieter in Baumhöhlen, wenn der Förster oder Waldbauer auch mal einen alten hohlen Baum stehen lässt. Enten brüten gerne an Flüssen oder Weihern, in etwas abgelegenen, ruhigen Lagen, dass sollte man beachten. Solche Vogelarten nehmen künstliche Nisthilfen nur sehr selten an, meist ist es die Mühe nicht wert eine solche zu bauen.
Die 3. Kategorie sind unsere heimischen Singvogelarten, die sich hauptsächlich in der Nähe von Siedlungen oder in den Städten oder Dörfern aufhalten. Hier macht es durchaus Sinn Nistkästen zu bauen und Aufzuhängen. Typische Beispiele sind Kleiber, Kohlmeise, Blaumeise, Star, Hausrotschwanz oder Bachstelze welche gerne solche Gelegenheiten nutzen. Meisenarten, Kleiber, Star oder Wendehals sind Höhlenbrüter, sie brauchen eine geschlossene Höhle mit den passenden Einflugloch. Hausrotschwanz, Bachstelze oder Grasschnäpper benötigen eine Halbhöhle.
Grundsätzlich sollten die Nistkästen aus unbehandeltem Holz hergestellt werden, normale gehobelte Bretter reichen aus, die bekommt man beim Sägewerk, Schreiner oder Baumarkt. Eine kleine Kreissäge, ein Forstnerbohrer im richtigen Durchmesser und ein paar Nägel reichen aus um einen Nistkasten selber zu Bauen. Übrigens eine tolle Sache wenn sie gemeinsam mit Ihren Kindern ein solches Projekt angreifen. So werden sie mit einem sorgsamen Umgang mit unserer Natur sensibilisiert.
Bauplan 1 für Höhlenbrüter:
Einflugloch Durchmesser 27mm für Blaumeise, Tannenmeise. Durchmesser 34mm für Kohlmeise, Kleiber, Wendehals. Durchmesser 50mm für Star, ovales Loch 30mm breite und 45mm Höhe für Gartenrotschwanz. Die Dreieckshöhle ist die einfachere Ausführung und erfüllt natürlich genauso Ihren Zweck. Bei Beiden ist die Vorderfront abnehmbar. Bei der Dreieckshöhle wird die Vorderfront oben durch einen Nagel und unten durch einen Riegel gesichert. Bei der Viereckhöhle rutscht der Deckel durch hochheben über den unteren Querriegel und kann dann herausgedreht werden. Eine Reinigung empfiehlt sich im März. Die Nistkästen sollten mindestens 3m über den Boden an einem Baum katzensicher angebracht werden.
Bauplan 2 Halbhöhle
Diese ist optimal geeignet für Hausrotschwanz, Bachstelze oder Grasschnäpper. Hier ist die Vorderfront halb offen. Sie kann an Schuppen, Haus oder Gartenhaus angebracht werden. Ideal ist ein Balken direkt unterm Dach, das wird normal gerne angenommen.