Der Seitenschneider, auch nur ein Werkzeug oder ein Schneidprofi? Das ist der Seitenschneider, ein Profi, um
schwere und dicke Werkstücke zu schneiden, wie Bänder, Kabel oder kleine Bleche. Ein echter schneidiger Typ, dieser Seitenschneider. Wir kennen ihn, wenn er Kabel durchtrennt oder Kunststoffschläuche. Oder einfach mal Bleche, die dünner als 0,5mm sind. Dazu lässt sich der Seitenschneider perfekt einsetzen. Der Seitenschneider oder auch Schneidezange genannt, schneidet Werkstoffe auseinander. Das schreibt auch schon der Name dieses Werkzeuges. Die Backen von diesem Werkzeug Seitenschneider werden als Klingen bezeichnet. Auch die beiden Bauteile dieser Zange werden als Schenkel bezeichnet. Sie werden miteinander durch einen Stahlbolzen vernietet.
Der allgemeine Seitenschneider kommt immer dann zum Einsatz, wenn herkömmliche Schneidwerkzeuge wie eine Schere zu schwach für das Schneidgut sind. Auch ist der Seitenschneider der Kombizange vorzuziehen, wenn es um Schneidarbeiten auf engstem Raum geht. Die Kombizange hat ja den Schneidebereich hinten und vorne stören die Backen, dort ist der Seitenschneider ungeschlagen. Wenn es darum geht einfach mal die Enden von Kabelbindern abzuzwicken, ist der Seitenschneider klasse. Auch beim Abzwicken von Kabeladern ist der Seitenschneider perfekt. Dafür wurde dieser auch gebaut. Der Seitenschneider soll Werkstoffe schneiden, die weicher sind als das Material, aus dem der Seitenschneider geschmiedet ist. Das ist, oder sollte klar sein, da der Seitenschneider , vor allem die Klingen aus dem gleichen Material bestehen, wie die beiden Schenkel des Seitenschneiders. Es gibt zwar vereinzelt Seitenschneider, die Hartmetall oder HSS Klingen eingelötet haben, aber das ist doch nur der Einzelfall. Wenn Sie nun mit dem Seitenschneider ein hartes Schnittgut haben, dass den Festigkeitswerten von Kunststoff oder Kupfer überwiegen, kann es sein, dass der Seitenschneider an seine Grenzen geht. Das kann man dann beobachten, wenn Kerben in den Klingen der Backen des Seitenschneiders auftauchen. Das ist nicht korrekt. Bitte schneiden Sie mit dem Seitenschneider nur Werkstoffe, für die er auch gebaut und konstruiert worden ist. Das macht schon einmal von einer Fachkompetenz durch den Mitarbeiter oder den Heimwerker einen Fortschritt.
Die Geschichte des Unfalls eines Auszubildenden:
Ich war damals in der Ausbildung zum Industriemechaniker und mein Lehrmeister oder auch Ausbilder genannt hatte mich dazu eingeteilt, die dicken Drähte von dem Bund, der das Stangenmaterial zusammenhält durchzuschneiden, denn das Material, es war Flachmaterial für die Facharbeiterprüfung, und auf Bunde zusammengedrahtet. Ich ging mit dem Seitenschneider ans Werk. Die ersten beiden Drähte mit ca. 3 mm Dicke gingen auch durch wie Butter. Aber die Klingen wurden dabei stumpf. Das hatte ich in meinem jugendlichen Vertrauen und Leichtsinn nicht bemerkt und habe beim dritten Draht angesetzt. Zusammengedrückt, die Zange, aber nichts ging mehr. Da hab ich mich richtig vor den Draht gesetzt und die Zange also den Seitenschneider mal mit beiden Händen voll zusammengestaucht und auf einmal ein Ruck. Die obere Backe oder Klinge des Seitenschneiders ist abgebrochen und mir in das Gesicht geschnellt. Eine offene Wunde, hat das scharfe Metallteil hinterlassen, ist mir leider geblieben als Narbe. Wenn man bedenkt, dass das Metallstück ins Auge hätte gehen können, nicht auszudenken, und vor allem wieder einmal ein Beweis, dass bei Werkzeug nicht gespart werden sollte, denn die besagte Zange war eine Billigproduktion. Ich dachte sofort dass mir das nicht mehr passiert und habe sofort meine Meinung zu Qualitätswerkzeug bekundet. Damit sind solche Pannen aus dem Weg geräumt. Es gibt aber leider nur immer wieder Betriebe, die auf Billigwerkzeuge setzen. Zum Leidwesen der Mitarbeiter, da diese mit diesen Gefahren der Werkzeuge leben müssen. Es wäre zu viel verlangt, wenn man beim Drähte abschneiden eine Schutzbrille braucht. Vielmehr auf die Qualität des Werkzeugs sollte geachtet werden. Dann können solche Pannen vermieden werden und der Produktionsablauf gesichert werden.
Ganz wichtig ist auch, dass es die Seitenschneider auch im VDE Format gibt. Das heißt mit Griffen aus Kunststoff, die ein Durchschlagen von Spannung verhindern. Diese sind aber nur bedingt teurer, also ein paar Cent. Daher sollte man von Haus aus diese Ausführungen kaufen. Es wird sich auf dauer rentieren. Es kommt einmal der Tag, wo der Elektriker auf den Mechaniker Werkzeugwagen langt und eine Zange vom Mechaniker nimmt. Wenn nun diese Zange nicht durchschlagsfest ist, hat dieser gute Mann leider verloren. Aber es geschehen hald nun mal diese Vorkommnisse in unsicherheit und schnelligkeit. Ohne dass einer darüber nachdenkt. Es wird nach dem Werkzeug gegriffen und darauf los gearbeitet. Da ist es einfach wichtig, dass jede Zange den VDE Vorschriften entspricht.
Die Seitenschneider gibt es in den verschiedensten Ausführungen und Größen. Die allgemeine Seitenschneiderzange wie sie im Schlossereihandwerk gebraucht wird hat immer die gleich größe. Aber es gibt für den Elektronikbereich noch kleinere und feine Werkzeuge, die der Seitenschneider auch ist. Sehr diffizil und leicht kaputtbar. Für feine Drähte und Platinen sind diese kleinen Seitenschneider sehr praktisch, diese haben auch in den meisten Fällen eine Spreizfehder aus Metall, die die beiden Schenkel auseinander hält.