Das Motoröl ist lebenswichtig für unsere Verbrennungsmotoren. Über das richtige Öl scheiden sich die Geister. Gerade im Oldtimerbereich sollte man etwas über die Grundlagen wissen um die richtige Sorte zu wählen. Es gibt Einbereichsmotoröl, Mehrbereichsöl, mineralisches und synthetisches Motoröl.
Die Viskosität wird dabei immer in der Bezeichnung angegeben. Die ersten synthetischen Öle wurden in den 1930er und 40er Jahren von dem Deutschen Hermann Zorn entwickelt. Dabei wurde Acetylen wurde dabei synthetisiert und Additive zugegeben. Von Bedeutung war die Herstellung vor allem für die Viskosität im Einsatz an der Ostfront mit den stark schwankenden Temperaturen. Moderne Motorenöle sind in der Grundlage mineralische oder synthetische Öle mit Additiven versetzt. Mineralische Öle werden aus Erdöl durch Destillation gewonnen. Dadurch erhält man ein unlegiertes Öl von bestimmter Viskosität. Diese Öle wurden lange Zeit als Motorenöle eingesetzt, bis in die 70er Jahre. Dazu gibt es Additive die das Motorenöl verbessern sollten, einige gibt davon gibt es noch. Kugelgraphit oder Molybdändisulfit gibt es heute noch als Zusatz. Diese Einbereichsöle wurden mit der Bezeichnung SAE xx wobei die Zahl für die Viskosität (Zähigkeit) steht. Je höher die Zahl desto zäher das Öl. SAE 20 ist dünnflüssiger als SAE 50. In den 60er Jahren wurde durch Entdeckung der Polymere erfolgreich das Mehrbereichs Motorenöl entwickelt. Das Öl hat den Vorteil dass sich die Viskosität bei unterschiedlichen Temperaturen deutlich weniger verändert. Das hatte viele Vorteile, Winter wie Sommer konnte das gleiche Motoröl verwendet werden. Die Schmierung in der Kaltstartphase wurde deutlich verbessert, das Öl gelangt schneller zur Schmierstelle. Die Entwicklung ging rasch voran, die Ölindustrie entdeckte schnell das es synthetische Stoffe gibt die genau so gut schmieren wie Mineralöl, und andere vorteilhafte Eigenschaften haben. Die Synthetik Öle haben mit der Zeit überragende Eigenschaften bekommen, sie können für einen sehr großen Viskositätsbereich hergestellt werden, haben sehr gute Kaltfließeigenschaften und sind vor allem sehr druck- und temperaturstabil.
Sie bauen einen sehr tragfähigen Schmierfilm auf, der auch unter extremen Belastungen nicht abschert, zudem sind sie im Betrieb stabiler, die Moleküle sind stabiler als beim Mineralöl. Die Mehrbereichs Motorenöle brachen also eine andere Bezeichnung wie die Einbereichsöle. Einfache Mineralische Öle wie SAE 20W 40 haben eine Viskosität von 20 bei -18° C (W steht für Winter) und eine Viskosität von 40 bei 99° C. Hochwertige Synthetiköle decken einen Viskositätsbereich von SAE 0W 30 oder SAE 10W 60 ab. Wenn ein SAE 20W 40 vorgeschrieben ist kann also genauso ein Öl SAE 10W 40 oder SAE 20W 50 verwendet werden. Vorsicht ist bei Motorradmotoren geboten welche eine Kupplung im Ölbad haben. Gerade ältere Modelle der 80er bis Ende der 90er reagieren mit Rutschenden Kupplungen bei Verwendung eines Vollsynthetischen oder zu dünnen (SAE 10W 40) Öls. Hier gibt es spezielle Produkte (SAE 20W 50) mit Additiven gegen ein Durchrutschen der Kupplung. Ach im Oldtimerbereich kann auf eine Mehrbereichsöl zurückgegriffen werden. Anstatt SAE 50 kann Problemlos SAE 20W 50 verwendet werden. Vorsicht ist nur bei Vorkriegsmotoren angebracht, hier sind die Dichtungen nicht auf das moderne Öl ausgelegt. Die Viskositätsklassen geben keine Auskunft über die Qualität des Öls nur über das Fließverhalten, welches wichtig ist für den Öldruck. Zu hoher Öldruck (zu dickes Öl) kann Dichtungen beschädigen, Kaltstarphase ist verlängert und damit der Motorverschleiß. Zu niedriger Öldruck (zu dünnes Öl) kann die Lager schädigen. Die Qualität des Öls wird mit den API Klassen bezeichnet. Die API Klassen stehen auf jeder Ölflasche. Es gibt verschiedene Einteilungen, S steht für „Service“ für normale Otto oder Dieselmotoren, C für „Commercial“ für LKW Diesel. Danach folgt der nächste Buchstabe, je höher im Alphabet desto höher sind die Anforderungen an das Öl.
Somit ist die Qualität eines Öls API SL höher als die eines API SG. Für Getriebe ist die Bezeichnung GL (gear lubricant) und die Nummern 1-5. Je höher die Nummer desto besser das Öl. Ein GL 1 Öl kann für Getriebe mit geringen Belastungen verwendet werden, ein GL 5 Öl ist für hochbelastete Hypoidantriebe geeignet. Für 2 – Takt Öl gibt es eine extra Klasse API TA ist für Mopeds TB für Roller und Motorräder TC für Hochleistungsmotoren und TD für Außenbordmotoren. Bei Oldtimern wurde nach Original Vorschrift Einbereichsmotorenöl zu Mischen empfohlen. Meist SAE 20 oder 30. Bis Ende der 70er war das normal. Als 2 – Taktöl gibt es normalerweise nur noch Teil- oder Vollsynthetische Öle zu kaufen, es sei denn man verwendet normales SAE 20, diese sind deutlich Rauchärmer und verbrennen besser mit weniger Rückständen. Das Mischungsverhältnis sollte aber beibehalten werden, lieber einmal öfter den Auspuff reinigen als einen Motorschaden zu riskieren.